„Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ging nie durch San Francisco in zerrisss’nen Jeans…“ Ich glaube, es gibt niemanden in Deutschland, der diese epischen Zeilen von Udo Jürgens nicht kennt. Oder zumindest die Coverversion der Sportfreunde Stiller. Und nachdem ich bereits 1992 San Francisco und 2011 New York besucht habe, hat Hawaii auf meiner Liste noch gefehlt. Das habe ich in den letzten zwei Wochen nachgeholt.

Honolulu (O’ahu)

Nach einem etwa fünfstündigen Flug hat mich die schwüle tropische Hitze in Honolulu fast erschlagen. Es war zwar nur etwa 35 °C warm und damit deutlich kühler als während meiner letzten Wochen in Südostasien – aber die hohe Luftfeuchtigkeit stellt mich immer wieder vor große Anpassungsprobleme. Hinzu kam, dass das Wetter in Honolulu sehr wechselhaft war: häufige kurze Schauer und stechender Sonnenschein wechselten sich teilweise im Minutentakt ab. Und so war ich die ersten Tage vor allem damit beschäftigt, mich an das Klima zu gewöhnen. Das ist mir leidlich gelungen

Honolulu selbst (mit der Ausnahme von Waikiki, das ich mir aber erst zum Ende meiner Zeit in Hawaii angeschaut habe) ist vor allem eins: die Hauptstadt des 50. Bundesstaats der USA. Das heißt: dichter Verkehr, Zweckbauten, Wolkenkratzer. Im Prinzip sieht es hier aus wie in jeder US-amerikanischen Großstadt. Also nicht so schön. Ausnahmen gibt es aber auch, wie den alten Königspalast und die Statue König Kamehamehas. Interessant war auch der Besuch in Pearl Harbor am USS Arizona Memorial. Hier wurde mir schlagartig bewusst, dass man in Hawaii vor allem eins braucht: Geld. Der Eintritt für die USS Missouri, das Schiff auf dem Japan 1945 kapituliert hat, sollte 25$ kosten. Ohne mich!

Paia (Maui)

Mein Aufenthalt auf Maui begann mit einer großen Überraschung: Nach meinen kurzen von Flug von Honolulu nach Kahului habe ich knapp 60 Minuten an der Bushaltestelle auf den Bus nach Paia gewartet – nur um vom Busfahrer zu hören, dass ich mit meinem Gepäck nicht an Bord darf. Das ergibt natürlich extrem viel Sinn: Warum fahren Busse zum Flughafen, die keine Reisenden mit Gepäck mitnehmen dürfen? Und warum stellt man dann an der Bushaltestelle kein Schild auf, damit man nicht vergebens wartet? Ich habe keine Ahnung. Aber um fair zu sein war das mein einziges wirklich negatives Erlebnis in Hawaii.

Die Woche auf Maui habe ich vor allem dafür genutzt, überhaupt nichts zu tun. Manchmal war ich sogar zu faul um an den Strand zu gehen. Als ich dann doch einen Nachmittag am Wasser verbracht habe, habe ich mir gleich einen richtig fiesen Sonnenbrand am ganzen Körper zugezogen. Ein Grund mehr für mich, nichts zu tun ;)

An meinem vorletzten Tag auf Maui habe ich mich dann aber doch einer Tour angeschlossen, die das Hostel täglich angeboten hat. Es ging auf der Road to Hana einmal um den Ostteil der Insel. Unterwegs haben wir an einigen wirklich beeindruckend schönen Stränden angehalten, von denen jeder eine andere Farbe hatte: es gab schwarzen Sand, roten Sand schwarz-weißen Sand. Zum Schluss sind wir dann noch von Klippen in den Pazifik gesprungen und haben uns einen traumhaften Sonnenuntergang angeguckt. Aber eigentlich war hier der Weg das Ziel: Die Serpentinen der Straße – über 200 Kurven und über 50 einspurige Brücken – waren für meinen Magen eine echte Herausforderung. Im Vergleich dazu waren die Straßen in Laos harmlos.

Waikiki (O’ahu)

Nach einer Woche auf Maui bin ich wieder zurück nach O’ahu geflogen. Am Flughafen von Honolulu gab es dann zwei Überraschungen für mich: Zum einen muss mir Hawaiian Airlines einen neuen Rucksack kaufen, nachdem auf dem Flug eine Schnalle gebrochen ist, die den Deckel des Rucksacks schließt. Glücklicherweise konnte ich die mit einer anderen, weniger wichtigen Schnalle ersetzen und muss mir jetzt keine Gedanken darum machen, mir kurzfristig einen neuen Rucksack zuzulegen. Dennoch bekomme ich die Kosten des Rucksacks von der Airline erstattet. Zum anderen wollten mich jetzt auch die Busfahrer in Honolulu nicht mehr mitnehmen und so musste ich mit dem Flughafen-Shuttle zu meinem Hostel in Waikiki fahren.

Waikiki ist der Haupturlaubsort Hawaiis – und der einzige Ort den ich kenne, der es schafft, Surfer’s Paradise wie einen bescheidenen Badeort wirken zu lassen. Wolkenkratzer reiht sich an Wolkenkratzer, die Straßenfronten sind mit Geschäften gesäumt und überall tummeln sich Japaner und Koreaner. Aber irgendwie hat es mir hier gut gefallen. Der Waikiki Beach ist wirklich schön und ich konnte einen ganzen Tag lang durch die Straßen spazieren und mich umgucken. An meinem letzten Tag in Hawaii habe ich dann noch eine Surfstunde genommen. Jetzt muss ich langsam meine Sachen packen: Morgen früh fliege ich weiter nach Tokio (und bin jetzt schon vollkommen von der Zeitverschiebung verwirrt) und sieben Tage später bin ich dann auch schon in Neuseeland. Die Zeit vergeht gerade echt schnell.

Ohrwurm des Tages – Bata Illic / „Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“

Ein Klassiker des deutschen 70er-Jahre-Schlagers. Und so zutreffend. Zur Auswahl stand selbstverständlich auch noch „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ von Paul Kuhn. Aber das war mir dann doch zu offensichtlich und unzutreffend. Denn es gibt hier Bier und das ist gar nicht mal so schlecht.

Wem deutscher Schlager nicht so sehr am Herzen liegt dem seien die Dropkick Murphys empfohlen. Die höre ich gerade während ich diesen Blogpost schreibe: