Nach zwei Monaten in Australien steht nun ein neuer Abschnitt meiner Weltreise an: Südostasien. Mein Ausgangspunkt für diese Region ist Singapur, die Löwenstadt. Vielleicht liegt es ja daran, dass auch der Hauptgegenstand meines Geschichtsstudiums, Braunschweig, denselben Beinamen trägt und mein Lieblingsfußballverein, Eintracht Braunschweig, einen roten Löwen im Wappen trägt – ich bin wirklich begeistert von der ehemaligen britischen Kolonie.

Mein Flug von Sydney mit Singapore Airlines kam eine halbe Stunde zu früh in Singapur an. Die Einreisekontrolle ging überraschend fix und ohne Schlange vonstatten, sodass ich binnen 45 Minuten nach Landung vor dem Ticketautomaten der Schnellbahn (in Singapur MRT genannt) stand. Leider hatte ich kein passendes Kleingeld dabei, um mein unglaublich günstiges Ticket in die Innenstadt zu kaufen. Glücklicherweise war aber eine Angestellte des Verkehrsunternehmens nicht weit, die nur darauf wartete, Ausländern ihre großen frisch aus dem Automaten gezogenen Geldscheine in kleinere zu wechseln. Das war meine erste Begegnung mit der sehr höflichen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einwohner des Inselstaats.

Kurze Zeit später begegnete ich dann auch dem Grund für den englischen Spitznamen Singapurs – „A fine City“. Ein wirklich schlechter Wortwitz, der sich auf unzähligen Souvenirartikeln befindet, dessen Kern aber dennoch ganz gut die Wahrheit trifft.

Während ich mir Singapur angeguckt habe wurden zwei Sprayer aus Leipzig zu einer Haftstrafe und Schlägen mit dem Stock verurteilt. Sie hatten einen MRT-Wagen besprüht.

Moderne Architektur

Bereits am Abend meiner Ankunft habe ich mich auf den Weg zu dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt gemacht: Das Marina Bay Sands Hotel. Es besteht aus drei Hochhaustürmen, auf der eine riesige Dachterrasse ruht. Es liegt zentral mitten im Herzen der Stadt, in unmittelbarer Nähe des Central Buisness Districts mit seinen Wolkenkratzern und der Esplande mit den beiden modernen Konzerthallen. Auch der Singapore Flyer – eines der größten Riesenräder der Welt und die Gardens by the Bay  mit ihren künstlichen Supertrees sind fußläufig erreichbar.

Selbstverständlich habe ich mir das ganze nicht nur im dunkeln sondern tags darauf auch bei Tageslicht angeguckt. Dank meiner Schwester habe ich mir dann auch noch einen modernen Wohnkomplex angeschaut: The Pinnacles. Und auch wenn es nicht so aussieht: das sind ganz normale Wohngebäude – nur die Architektur ist wirklich exklusiv.

Typisch für Singapur sind die vielen Einkaufszentren mit ihren Luxusgeschäften, die sich an fast jeder Straßenecke befinden. Das shoppinng-Mekka schlechthin ist die Orchard Road, eine Kilometerlange Ansammlung diverser Luxus-Einkaufszentren. Auf meiner Suche nach neuen kurzen Hosen bin ich dort lange nicht fündig geworden – bis ich dann doch noch H&M gefunden habe.

Abgesehen davon ist Singapur eine relativ günstige Stadt – verglichen mit Australien. Wenn man nicht gerade wie ich 25$ für eine eher mediokre Da Vinci-Ausstellung im Artscience Center ausgibt oder auf der Vergnügungsinsel Sentosa Island sein Geld in Vergnügungsparks steckt, muss man hier nicht viel Geld ausgeben. Die Hostels sind günstiger als in vielen australischen Orten, unschlagbar preiswertes Essen gibt es an jeder Ecke, der öffentliche Nahverkehr ist spottbillig und es gibt viele kostenlose Angebote für Touristen, wie zum Beispiel die etwas kitschige Lasershow vor dem Marina Bay Sands.

Ins Grüne

Ebenfalls kostenlos ist die Natur, von der es einige wenige Flecken auch im dicht besiedelten Singapur gibt, wie zum Beispiel der Botanische Garten (okay, der Orchideenpark kostet dann doch 5$ extra), die Southern Ridges oder der Stadtstrand mit Blick auf unzählige Frachtschiffe auf Sentosa.

Vor allem bei meinem Spaziergang durch die Southern Ridges mit ihren verschiedenen Parks, Wanderwegen, Baumwipfelpfaden und modernen Brücken, die die großen Straßen überspannen, bin ich auf viele Einheimische getroffen, die dort entweder gejoggt sind oder sich mit ihrem Rennrad die Berge hinaufgequält haben. Glücklicherweise für sie war das relativ früh am Morgen, sodass das eigentlich heiß-schwüle Klima noch relativ erträglich war.

Koloniale Vergangenheit

Auch die Zeit Singapurs als britische Kolonie kann man noch im Stadtbild nachempfinden: Viele der alten britischen Gebäude im Stadtkern stehen auch heute noch, werden aber zumeist anders genutzt. Besonders sehenswert aus meiner Sicht ist das National Museum. Es verfügt über einen großartigen modernen Anbau an das koloniale Originalgebäude und eine tolle Ausstellung zur Geschichte des Stadtstaats.

Wie für viele Teile Singapurs gilt auch für den Bereich mit kolonialer Architektur, dass alles fußläufig erreichbar ist. Man kann quasi durch die Stadtgeschichte spazieren gehen. Und solange man sich nicht allzusehr hetzt und ab und an eine Pause in einem Museum oder zum Essen einlegt, kommt man dabei auch nicht allzusehr ins Schwitzen.

Ebenfalls sehenswert sind die anderen kulturellen Zentren der Stadt: Chinatown, Little India und Arab Street. Es kommt einem dabei tatsächlich so vor als würde man Singapur für eine kleine Weile verlassen und in vollkommen andere Orte eintauchen. Ein Rätsel ist allerdings dabei, warum ausgerechnet ein buddhistischer Tempel die am meisten fotografierte Sehenswürdigkeit in Chinatown ist.

Während ich diesen Post schreibe fällt mir auf, dass zwischen Bildern und Text ein deutliches Missverhältnis besteht. Aber irgendwie passt das für mich sehr gut zu Singapur. Ich empfinde die Stadt vor allem als einen Ort zum angucken und staunen. Und das was ich gesehen und bestaunt habe gefällt mir außerordentlich gut.

Während meines Aufenthalts in Singapur habe ich aber nicht nur die Stadt auf mich wirken lassen sondern auch damit begonnen, meine Reise durch Südostasien zu planen: Morgen früh geht es mit dem Zug nach Kuala Lumpur und dann mit Malaysia Airlines weiter in die thailändischen Touristenparadise. Diesen statte ich aber nur einen kurzen Besuch ab, ich hatte erst einmal genug Strandleben in Australien. Viel mehr freue ich mich jetzt auf Geschichte und Kultur im nördlichen Thailand, in Kambodscha, Laos und Vietnam. Hoffentlich schaffe ich es überhaupt in letztgenanntes Land – ich muss mir in Bangkok noch das Visum für die Einreise besorgen.

Ohrwurm des Tages – Fabian Buch / „Mädchen auf dem Pferd“

Ja, ich weiß. Dieser Ohrwurm ist der mit Abstand verstörendste, den ich jemals hatte. Aber ich kann mir nicht helfen: Seit meinem Flug von Sydney nach Singapur, während dem ich „Bibi & Tina – Der Film“ gesehen habe weil ich neugierig auf den einzigen deutschen Film im Bordunterhaltungsprogramm war, geht mir dieses Lied nicht mehr aus dem Kopf. Der Film an sich ist genauso abstrakt und überdreht wie das Musikvideo, er firmiert im Internet auch als modernes Pop-Musical. Seit „Fear and Loathing in Las Vegas“ habe ich keinen annähernd so bizarren Film mehr gesehen. o.O

Short and sweet

Singapore is a stunning city best explored visually. Especially the modern architecture around Marina Bay is breathtaking. Within the densly populated city are also green oasises, the Botanic Gardens and the Southern Ridges for example. During my days in Singapore I’ve also planned my trip through Southeast Asia. I’m looking forward to the really historical places in Northern Thailand, Cambodia, Laos and Vietnam.