In den letzten beiden Tagen ist mir klar geworden, dass jetzt ein sehr guter Zeitpunkt ist, um weiter nach Afrika zu fliegen: Langsam beginnt hier die Regenzeit. Das heißt, es ist nicht mehr nur heiß, sondern auch noch richtig schwül mit heftigen Regenschauern und Gewittern. Über den letzten Monat hinweg pendelten die Tagestemperaturen zwischen 35 und 45 °C – im Schatten. In Südafrika hingegen ist es jetzt Winter. Mit Tageshöchsttemperaturen um die 20 °C. Doch bevor ich überhastet meinen Rucksack packe und den Pullover heraushole, will ich noch einmal kurz auf meine Reise durch Singapur, Malaysia, Thailand, Kambodscha und Laos zurückblicken. Um es kurz zu machen, es war eine wirklich spannende, herausfordernde Zeit.

Über zwei Monate hinweg habe ich mich von einer der modernsten Städte der Welt (Singapur) zu einem der ärmsten Länder der Welt (Laos) vorgearbeitet. Das ganze war für mich ziemlich herausfordernd und ging nicht ohne eine erste heftige Heimwehattacke vonstatten. Dennoch möchte ich die Zeit und die Erlebnisse hier nicht missen – auch wenn ich die Region das nächste Mal nicht alleine bereisen möchte. Gespräche unter Freunden helfen, das Gesehene einzuordnen.

Ursprünglich hatte ich ganz große Pläne für meine 2,5 Monate in Südostasien: Neben den Ländern, die ich tatsächlich bereist habe, standen auch noch Myanmar und Vietnam auf der Agenda. Gut, dass ich die beiden dann doch nicht besucht habe: Ich hätte durch die Region hetzen müssen und mehr Zeit in Bussen verbracht als anderswo. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Auch so bin ich ganz zufrieden mit dem, was ich in meiner Zeit hier alles gesehen habe, ganz ohne das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen oder hetzen zu müssen. Sogar für knapp zwei Wochen Auszeit am kambodschanischen Strand und im menschenleeren Phnom Penh hatte ich Zeit.

Einzig meinen Besuch in Kuala Lumpur, Krabi und Khao Lak würde ich so nicht wiederholen: Mit Kuala Lumpur als Stadt bin ich nicht wirklich warm geworden, ich weiß allerdings nicht, ob ich selbst mit meiner ersten nicht-westlichen Stadt auf meiner Weltreise überfordert war oder ob es dort wirklich a) nicht berauschend viel zu sehen gibt und man sich b) generell unsicherer fühlt als nirgendwo sonst (im Hinblick darauf bin ich schon jetzt ziemlich gespannt auf Südafrika, vorsichtshalber beginne ich meine Rundreise und beende sie in Johannesburg). Die beiden südthailändischen Touristenorte waren mir einfach zu touristisch: zu wenig Kultur, zu viel Nepp. Kurzum: nicht mein Fall.

Wie mir bereits von Anfang an klar war, sind die Tempelruinen von Angkor mein absolutes Highlight der letzten Wochen. Einfach unbeschreiblich, was für architektonische und kulturelle Schätze dort in einer unglaublichen Mannigfaltigkeit in der Gegend herumstehen. Das lässt die jüngste kambodschannische Geschichte für mich umso tragischer erscheinen.

Das Land, das mich am meisten überrascht hat, war Laos: Verglichen mit allen anderen Gegenden, die ich hier bereist habe (vielleicht einmal abgesehen vom nördlichsten Thailand) war dieses Land, in dem immer noch Hammer und Siichel-Flaggen vor jedem öffentlichen Gebäude wehen, das grünste, das unberührteste. Es bleibt zu hoffen, dass der Raubbau am Regenwald, der jetzt schon mitten im Gange ist, bald gestoppt werden kann. Vielleicht können wir ja unseren Beitrag dazu leisten, indem wir uns einfach bemühen, weniger Palmölprodukte zu konsumieren?

Hier sind meine vollständigen Top 5 Südostasiens:

Auch wenn die Zeit in Südostasien emotional für mich nicht immer einfach war – ich möchte kein Erlebnis vermissen. Wirklich beeindruckt hat mich, dass die Menschen in Kambodscha und Laos, denen es im Vergleich zu Thailand und vor allem Singapur im Allgemeinen am dreckigsten geht, zu den freundlichsten gehören, die ich bisher unterwegs getroffen habe. Und das will in einer Region, in der Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber Fremden ganz hoch im Kurs stehen, einiges heißen. Mein Tipp: Selber bereisen, selber staunen, selber erleben.

Ohrwurm des Tages – Kavinsky / „Nightcall“

Danke Janni, das Lied hatte ich schon fast wieder vergessen. Aber letzte Nacht hast du es ja dankenswerterweise bei Facebook gepostet. Ein großartiger Film mit einem richtig großen Soundtrack: Drive.

Mein eigentlicher Dauerohrwurm in den letzten zweieinhalb Monaten war aber gleich ein ganzes Album: „Bad Blood“ von Bastille. Auch wenn es mittlerweile schon zwei Jahre alt ist kann ich es immer und immer wieder hören. Und das mache ich auch :D

Mal gucken, welche Lieder mir in Afrika über den Weg laufen. Ich bin gespannt!

Short and sweet

Wow, these last 2.5 months were really exciting. And also pretty exhausting. But I have to admit: I like Southeast Asia. Not every place, but that can hardly be expected. My most memorable moments were the ruins of Angkor, the Gibbon Experience in northern Laos, Koh Ta Kiev, an island off the Cambodian coast, Singapore and the white temple near Chiang Mai.

Even though I felt heavily homesick in Cambodia I have to come back. The next time I will visit Myanmar and Vietnam, I had to skip both countries due to sever time limitations. But I think I won’t be back alone. Travelling with a friend makes it easier to endure hard times.